Ein Apophthegma mit Chihuahua und Horsd´œuvre

Osnabrücker tüfteln beim Finale des Großen Diktatwettbewerbs an der deutschen Sprache

 

Osnabrück, 6. Mai 2015

 

Gegen 19 Uhr geht in Frankfurt ein ums andere Mal ein Raunen durch die Menge. Wie bei einem spannenden Fußballspiel mutet die Atmosphäre beim Großen Diktatwettbewerb an, als die eben diktierten Sätze in korrekter Schreibweise präsentiert werden. Chihuahua, Apophthegma und Horsd´œuvre die Dudenredaktion hatte sich nicht nur bei den Wörtern einige Fallen überlegt. „Ich fand es total schwer zu entscheiden, was groß oder klein zu schreiben ist“, sagt Sylke Ditting. Sie war mit nur acht Fehlern die beste Teilnehmerin der 14-köpfigen Delegation aus Osnabrück, die zum Finale des Wettbewerbs der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main gefahren war. Ditting hatte sich im Februar gemeinsam mit anderen Siegern der Gruppen Schüler, Lehrer, Eltern und Publikum beim Vorausscheid in der Hasestadt qualifiziert, zu dem die Friedel & Gisela Bohnenkamp-Stiftung eingeladen hatte. „Ich fand das Diktat noch schwerer als das in Osnabrück“, meint Nele Winkler. Trotzdem hatte die Schülerin des Greselius-Gymnasiums Bramsche einen Fehler weniger zu verzeichnen als beim Vorentscheid. Und so ist sie stolz auf ihre 13 Fehlerpunkte, mit denen sie nur knapp am Siegertreppchen vorbeigeschrammt ist.

Der beste Teilnehmer in Frankfurt hatte mit nur drei Fehlerpunkten in der Kategorie Eltern das Finale gewonnen. Nach einer ersten Korrekturphase durch die Teilnehmer selbst wurden die Diktate von einer Jury geprüft. Und auch wenn keiner aus der Osnabrücker Delegation einen der Preise mit nach Hause nehmen konnte, ist Michael Prior sehr zufrieden mit der Teilnahme. „Ich finde es total schön, dass es uns gelungen ist, eine kleine, aber feine Delegation nach Frankfurt zu schicken zum Finale des Großen Diktatwettbewerbs“, sagt der Geschäftsführer der Bohnenkamp-Stiftung.

Circa 350 Teilnehmer haben sich im Frankfurter Goethe-Gymnasium miteinander gemessen. Die meisten Gäste waren aus Frankfurt am Main und Hessen gekommen. Eine kleine Gruppe war aus Hamburg angereist, wo der Wettbewerb in diesem Jahr wie auch in Osnabrück erstmals ausgerichtet worden war. Entwickelt worden war der Große Diktatwettbewerb 2012 von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main, die ihn mit der Dudenredaktion und weiteren Partnern seither jährlich durchführt.Zum Finale in Frankfurt sind die Osnabrücker Teilnehmer eigens mit einem Bus angereist und haben sich die Zeit bis zum Wettbewerb mit einem Besuch in der „Experiminta“ vertrieben – einem Science Center in der Frankfurter Innenstadt.

Durchschnittlich gab es 19,7 Fehler pro Teilnehmer bei insgesamt 231 Wörtern im Wettbewerbs-Diktat. Zu den besonders schwierigen Herausforderungen, zählten auch die „auf halbmast hängende Hose“, „Thujahecken, Dahlien und Freesien“ und eine „nigelnagelneue Quarzuhr“. „Ich habe manches in der Korrekturphase noch verschlechtert“, seufzt Sylke Ditting.

Thomas Allewelt wurmt es, dass er in Frankfurt mehr Fehler mehr gemacht hat, als in Osnabrück, wo der Kollege des Gymnasiums „In der Wüste“ mit 7 Fehlern in der Gruppe der Lehrer gesiegt hatte. Alle nehmen das Ergebnis sportlich, blamiert fühlt sich niemand, und nicht nur Thomas Allewelt sagt: „Ich bin nächstes Jahr wieder dabei. Das können wir besser.“

Michael Prior wird in den kommenden Wochen Schulen in Osnabrück und dem Landkreis ansprechen, um Teilnehmer für den Wettbewerb 2016 zu gewinnen. „Wer seine Sprache nicht beherrscht, hat es in seiner Bildungsbiografie schwerer“, betont Prior, der im Großen Diktatwettbewerb eine schöne Möglichkeit sieht, die Kenntnisse der deutschen Sprache spielerisch-sportlich zu verbessern.

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