Vermittlungsprojekt
Friedensreich 

Hundertwasser

Friedel & Gisela Bohnenkamp-Stiftung fördert
“Paradiese kann man nur selber machen”

Ausstellung ausgewählter Werke von Friedensreich Hundertwasser

Bunte Farben, geschwungene Linien, märchenhafte Architekturen – Friedensreich Hundertwasser steht für eine Vision, die Natur, Kunst und Mensch miteinander in Einklang bringen will. Der Künstler möchte die Menschen öffnen für das Schöne, ihre schöpferischen Fähigkeiten aktivieren und ein Bewusstsein für die Natur und die Notwendigkeit ihres Schutzes anstoßen. Bei dem Aspekt des »Öffnens« setzt die Ausstellung „Friedensreich Hundertwasser – Paradiese kann man nur selber machen“ im Museumsquartier Osnabrück an: In einem Kosmos von Grafiken, Architekturmodellen, Original-Postern, Fotografien, Buchobjekten und Filmmaterial werden die Besuchenden durch die Kunst Hundertwassers für das Wahrnehmen sensibilisiert und aus seiner Gedanken- und Schaffenswelt heraus mit Fragen zum Reflektieren angestoßen.

Umfangreiches Begleitprogramm

Das umfangreiche Begleitprogramm der Ausstellung lädt alle Interessierte ein, z. B. in Kooperation mit dem Umweltbildungszentrum Osnabrück, Museum am Schölerberg Insektenhotels, Rankhilfen oder Mini-Kompostsysteme für Zuhause zu erbauen. Schulklassen können aus verschiedenen Angeboten wählen: Das „Hundertwasser-Mobil“ – einer Abenteuerkiste zu Friedensreich Hundertwasser und seinem Schiff »Regentag« – besucht die Schüler:innen in der Schule; die „interaktive Führung“ lässt sie selbst die Ausstellung vor Ort entdecken und erleben. In den „Werkstattangeboten“ widmen Schüler:innen sich zusammen mit Spezialist:innen aus verschiedenen Bereichen unterschiedlichen Themenschwerpunkten: Unter dem Titel „Zurück zur Natur“ findet sich ein Workshop, in dem Samenbomben selbst gebaut werden; in „Nachhaltiges Bauen“ nehmen die Teilnehmenden Hundertwassers Architektur zur Grundlage; Umweltplakate werden in „Frieden mit der Natur“ gestaltet und Hundertwassers Bilder in „Traumgeschichten“ zum Leben erweckt. 

Auf eigene Faust oder zusammen mit ihren Eltern entdecken Kinder in der Ausstellungsrallye den Künstler Friedensreich Hundertwasser. In einem kurzen Einleitungstext und durch kleine Rätsel und Aufgaben erfahren Kinder und Erwachsene auf spielerische Weise mehr über das Leben und Werk des Künstlers. Die Familienausstellung „Friedensreich Hundertwasser – Paradiese kann man nur selber machen“ ermutigt, gemeinsam Hundertwassers Appell zu kreativem Schaffen und Denken nachzukommen. Sein Impuls bildet dabei einen zentralen Leitgedanken: 

»Warum man die Kinder nicht malen lässt am Trottoir ihre Figuren und an den Wänden und Mauern der Straßen ihre Linien zeichnen? … Lasst die Kinder sprechen! ...«.

Kunstvermittlungsprojekt zu
"Paradiese kann man nur selber machen"

Wenn du wie Hundertwasser ein Plakat gestalten und es in der ganzen Stadt aufhängen könntest – was würde darauf stehen? Was ist dein Anliegen? Worauf möchtest du die Menschen gerne aufmerksam machen?

Adriana Martins Mota
Vermittlerin

 

EXPERT:INNENKLASSEN - PARADIESE KANN MAN NUR SELBER MACHEN 
Kunstprojekt in Zusammenarbeit mit der 3. Klasse der Altstädter Grundschule und der 6. Klasse vom Gymnasium Oesede 

Nach Hundertwassers Philosophie widmeten sich die Schüler:innen der Beziehung von Mensch und Natur. Inspiriert von seinem Credo “Paradiese kann man nur selber machen” begaben sie sich auf die Suche nach ihren eigenen Utopien. Die 6. Klasse näherte sich dem Thema aus der Gegenständlichkeit, löste sich von ihr und fand in Farbe und Form neue Paradiese. Ihre Blätter für den Baum entsprangen den Fragen: Wie wollen wir leben? Wie gestalten wir unsere Paradiese? Die 3. Klasse ließ der Fantasie freien Lauf. Sie erforschte ein mögliches Zusammenleben von Mensch und Natur, in dem Bäume überall wachsen und das Unwahrscheinliche Realität wird. Die von den Schüler:innen gestalteten Blätter sind ebenfalls Teil dieser Ausstellung - Impulse für eine neue Sicht auf unsere Welt. 

Vermittlung: Adriana Martins Mota

Resümee der Ausstellung
Dr. Mechtild Achelwilm

Kuratorin für zeitgenössische Kunst und Programm

"Das Projekt verfolgte das Ziel, eine publikumsorientierte Ausstellung zu entwickeln, die mittels eines unmittelbaren, ästhetischen und mehrsinnlichen Erlebnisses gesellschaftlich relevante Zukunftsfragen im Bewusstsein der Öffentlichkeit verankert. Dabei wollte sie sowohl Kinder als auch Erwachsene ansprechen und dadurch neue Zielgruppen gewinnen: Familien sowie Lehrer:innen mit ihren Schulklassen. Diese Zielsetzung konnte in allen Punkten erfolgreich umgesetzt werden.


Die Ausstellung erzielte eine außerordentlich hohe Resonanz. Dank der großen Bekanntheit des Künstlers Friedensreich Hundertwasser und des explizit niedrigschwellenden Angebots konnte ein breites Publikum erreicht werden. Das Besuchendenaufkommen mit über 20.000 Gästen in der Ausstellungslaufzeit übertraf die Erwartungen deutlich und trug maßgeblich zur Profilbildung des Museumsquartiers als Institution, die sich Friedensfragen und gesellschaftlicher Diskussion verpflichtet, bei.


Ein wesentlicher Erfolg liegt in der Erschließung neuer Zielgruppen. Das Projekt führte zahlreiche Familien und Kinder erstmals in das Museumsquartier. Von den 20.817 Besucher:innen, waren insgesamt 3.416 unter 18 Jahren. An eintrittsfreien Tagen wie der Eröffnung oder dem Internationalen Museumstag wird in der Zählung nicht zwischen Erwachsenen und U18-Gästen unterschieden, so dass davon auszugehen ist, dass sogar noch mehr Kinder/Jugendliche die Ausstellung besuchten. Insbesondere für unseren neuen Kollegen in der Vermittlung, Simon Niemann, war die Ausstellung eine hervorragende Gelegenheit, sich bekannt zu machen, Kontakte zu knüpfen und Netzwerke aufzubauen.


Interaktive und spielerische Elemente – insbesondere die Ausstellungrallye und die Mitmachstationen – ermöglichten eine partizipative Auseinandersetzung mit Kunst, Umwelt- und Gesellschaftsthemen. Die Rückmeldungen über Gästebuch, Vermittler:innen und Besuchendenservice zeigten, dass die jüngeren Besucher:innen Freude an der aktiven Teilhabe hatten und zugleich ihr Bewusstsein für Gesellschaft, Natur und Nachhaltigkeit gestärkt wurde. Darüber hinaus gelang der Ausbau langfristiger Kooperationen mit Bildungs- und Kultureinrichtungen. Zahlreiche Schulen, Kindergärten und externe Partner:innen – darunter das Museum am Schölerberg und die Universität Osnabrück – nutzten das Projekt für gemeinsame Aktionen, Workshops und Unterrichtsanbindung. Diese Netzwerke bestehen auch über die Laufzeit der Ausstellung hinaus fort und bilden die Grundlage für zukünftige Kooperationen.
 

Als materielle Ergebnisse entstanden neben der Ausstellung ein Begleitheft für Erwachsene, eine thematische Rallye für den Museumsrundgang, ein Informationsheft für Schulen sowie ein Ausstellungsfilm, der das Projekt dokumentiert und nachhaltig zugänglich macht. Teile der Ausstellungsarchitektur, wie der Hundertwasser-Baum und der Fliesenbruch, bleiben erhalten und werden in der Museumspädagogik weitergenutzt.


Die Evaluation anhand quantitativer (Besuchendenzahlen, Familienanteil, Schulklassen) und qualitativer Kriterien (Rückmeldungen, Partizipation, Beobachtungen des Museumsteams) belegt die Zielerreichung in allen Bereichen. Besonders die hohe Zahl an Familien, die aktive Teilnahme an den Mitmachstationen sowie die positiven Bewertungen der Ausstellung im Gästebuch zeigen, dass das Projekt nachhaltig Wirkung entfaltet hat.


Insgesamt hat die Ausstellung „Friedensreich Hundertwasser – Paradiese kann man nur selber machen“ das Museumsquartier inhaltlich und strategisch gestärkt. Sie zeigt, dass Kunst ein wirksames Medium sein kann, um gesellschaftliche Themen sinnlich erfahrbar zu machen, Dialogräume zu öffnen und ein breites Publikum für Zukunftsfragen zu sensibilisieren."

Das Projekt in der Presse

Berichte in der Medienlandschaft
 

5.4.2025 | NOZ

3.4.2025 | Presse-Service

Hinweis zur Antragstellung

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