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„Der Löwe ist eine Schnecke“

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Gisela Bohnenkamp, Friedel & Gisela Bohnenkamp-Stiftung (5. v. re.) und die Neue Hofkapelle Osnabrück mit ihrem Gründer Christian Heinecke (6.v. li.) wurden von Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (4. v. re.) im Friedenssaal empfangen. Foto: Stadt Osnabrück, Silke Brickwedde

Friedel & Gisela Bohnenkamp-Stiftung fördert die Neue Hofkapelle Osnabrück

 

Osnabrück, 17. Mai 2017

Energische Einsätze der Streicher und des Cembalos lassen die Gespräche im Friedenssaal des historischen Rathauses verstummen: Die Neue Hofkapelle Osnabrück spielt Francesco Germinianis Concerto für 2 Violinen, Streicher und Basso continuo in E-Moll – endlich.

„Nun können wir mit unserem Programm an die Öffentlichkeit gehen“, sagt Christian Heinecke, Gründer der Neuen Hofkapelle Osnabrück, die nicht zufällig so heißt: Hofkapellen gab es nämlich in Osnabrück auch schon im 17. Jahrhundert, als Bischof Philipp Sigismund von Wolfenbüttel auf dem alten fürstbischöflichen Schloss zu Iburg residierte. Eine Blüte erlebte die Musik unter Bischof Ernst August I. aus dem Hause Braunschweig-Lüneburg. Er erbaute in Osnabrück das Schloss. Seine Frau Sophie liebte die Musik und ließ französische Musiker aufspielen.

Die Neue Hofkapelle Osnabrück stellt sich ganz bewusst in diese fast verschollene Tradition Osnabrücks. Das Ensemble spielt auf historischen Instrumenten auch Werke von Komponisten, die fast in Vergessenheit geraten sind. Johann Sebastian Bach und Antonio Vivaldi sind natürlich bekannte Komponisten, aber wer kennt schon Francesco Geminiani? Die Werke Georg Philipp Telemanns und Georg Friedrich Händels gehören zum Repertoire des Konzertbetriebs, aber wer kenn schon Giuseppe Valentini? Und so konzentriert sich die Neue Hofkapelle Osnabrück auf die Zeit des Barocks, spielt Bekanntes, erforscht Unbekanntes, um auch dieses zu präsentieren. Die 12 Mitglieder der noch jungen Neuen Hofkapelle Osnabrück bieten also ein musikalisches Programm, das im Wesentlichen aus einer Zeit stammt, in der die Wunden des dreißigjährigen Krieges nur langsam verheilten. Die Musik war ihrer Zeit weit voraus: Sie überwand die tiefen Gräben und Verletzungen, die der Krieg geschlagen hatte.

Die Friedel & Gisela Bohnenkamp-Stiftung begleitet und fördert das Ensemble auf seinem Weg in die Öffentlichkeit. Offiziell vorgestellt hat sich die Neue Hofkapelle Osnabrück im Friedenssaal des historischen Rathauses während eines Empfanges am Mittwoch, 17. Mai. In diesem Rahmen sagte die Stifterin Gisela Bohnenkamp: „Ich habe selbst erlebt, dass diese Musik auf eine Weise zu rühren vermag, wie es nur große Kunst kann. Ihre Berührung verwandelt diejenigen, die sich ergreifen lassen, die sich hingeben können. Diese Hingabe gelingt vielleicht nur selten. Aber wenn sie gelingt, dann entsteht „Kunst, Kultur und Wissenschaft“ – wie Sie vielleicht wissen: der Zweck meiner Stiftung.“ Zur Förderung des Ensembles gehörte der Ankauf eines Cellos, dessen Schnecke als Löwe gestaltet ist, den die Neue Hofkapelle Osnabrückdemnächst als Logo nutzt. „Der Löwe ist also eine Schnecke“, sagt Dr. Sven Jürgensen, Pressesprecher der Stadt Osnabrück, der Ensemble und Stiftung zusammengebracht hat.

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert wendete sich bei dem Empfang an Gisela Bohnenkamp, die bereits 2014 für ihr Engagement mit der Möser-Medaille, der höchsten Auszeichnung der Friedensstadt, geehrt wurde: „Sie sind einfach so: mutig und entschlossen. Das Ensemble kann sich nun musikalisch einer Zeit widmen, die aufs Engste mit der Geschichte der Friedensstadt verbunden ist – mit dem 17. Jahrhundert, mit dem 30Jährigen Krieg und dem Westfälischen Frieden von Münster und Osnabrück. Vielleicht können die Musiker uns zu Gehör bringen, dass schon diese Musik eine Idee zum Klingen bringt, die wir heute mit dem Namen „Europa“ verbinden.“

Weitere Informationen über die Neue Hofkapelle Osnabrück finden sich auf der Internetseite www.neue-hofkapelle-osnabrueck.de.